Benni Jørgensen & Lasse Skovgaard Jørgensen

Willi Albrecht

Am 23. und 24. November hatte ich die Gelegenheit, Benni Jørgensen und seinen Sohn Lasse Skovgaard Jørgensen in Rheinbach kennenzulernen und mit den beiden sehr sympathischen dänischen Pfeifenmachern über sich und ihre Arbeit zu sprechen.

Benni Jørgensen
Lasse Skovgaard

WA: „Wo arbeitet ihr in Dänemark?“
Lasse: „Wir leben in Præstø im Süden Zealands und teilen uns dort eine gemeinsame Werkstatt.“

WA: „Benni, du hast lange für W. Ø. Larsen gearbeitet, aber kaum jemand kennt deinen Namen. Wie kommt das?“
Benni: „Ich habe insgesamt 25 Jahre mit vielen anderen dänischen Pfeifenmachern für Larsen gearbeitet. Alle Pfeifen wurden immer mit dem Firmennamen Larsen verkauft, eine Identifikation mit den Machern selbst war nicht erwünscht und so blieb man im Dunkeln.“

WA: „Aber dann hast du irgendwann begonnen, unter deinem eigenen Namen Pfeifen herzustellen.“
Benni: „Als der Laden auf Amager Torv in Kopenhagen geschlossen wurde, überlegte ich nicht lange und brachte meine ersten Pfeifen unter eigenem Namen auf den Markt. Nach so vielen Jahren, endlich.“

WA: „Lasse, auch du machtest die ersten Schritte bei Larsen?“
Lasse: „Ja. Mit 16 Jahren fertigte ich Pfeifenstopfer aus Horn und Zigarettenspitzen für die Firma. Ab 2003 war ich dann für die „Two Tones“ verantwortlich.“

WA: „Wie ging es dann weiter?“
Lasse: „2004 flog ich mit 9 Pfeifen zur Show nach Chicago und fühlte mich wie ein König, als ich schnell alle Stücke verkauft hatte. 2005 brachte ich dann schon ein paar Pfeifen mehr mit und auch die fanden schnell ihre Käufer. Danach wurden meine Pfeifen eine zeit lang exclusiv von smokingpipes.com auf dem internationalen Markt angeboten. Heute arbeite ich mit Partnern in Dänemark, Deutschland, USA, Japan und Russland zusammen. Die Kontakte, die ich in Chicago knüpfen konnte, waren sehr wichtig für mich.“

Lasse Skovgaard

 

WA: „Benni, wie bist du zum Pfeifenmacher geworden?“
Benni: „Ich habe als Schreiner gearbeitet und während einer Schlechtwetterperiode mehr oder weniger aus Langeweile damit begonnen. Ich kannte Teddy Knudsen schon viele Jahre und beschloß, mir bei ihm Material zu besorgen und die nötigen Grundkenntnisse zu lernen. Teddy kümmerte sich mit viel Geduld um mich und half mir, die ersten Schwierigkeiten zu überwinden.“

WA: „Kann es sein, das Teddy deinen Stil beeinflußt hat?“
Benni: „Aber ja. Das kann man auch bei meinen heutigen Arbeiten unschwer erkennen. Allerdings muß ich dazu sagen, das während meiner anfänglichen Zeit bei Larsen „Larsen-Pfeifen“ hergestellt werden mußten, also shapes, die in die Palette des Hauses passten. So gesehen hat Ole meine Arbeit am meißten beeinflußt. Erst nach langen Jahren änderte sich das ins Gegenteil und ich konnte den Larsens meine Handschrift verleihen.“

WA: „Welches shape findest du persönlich am schönsten oder anders gefragt, gibt es ein shape, das du unbedingt einmal machen möchtest?“
Benni: „Nein, aber ich kann dir sagen, was ich auf keinen Fall machen werde: eine Bulldog, die ist mir einfach zu … häßlich.“ (lacht)

WA: „Dein Stil, Lasse, ähnelt dem deines Vaters.“
Lasse: „Ja, es gibt schon mal Verwechslungen (lacht). Mein Vater hat natürlich meine Entwicklung begleitet und mir gezeigt, was ich verbessern kann.“

WA: „Erzähl doch bitte ein wenig über die Herstellung eurer Pfeifen.“
Lasse: „Wir suchen unser Holz bei Stanwell persönlich aus und haben dadurch die Möglichkeit, aus einer großen Auswahl die für uns passenden Kanteln zu wählen. Das Hauptkriterium bei der Holzauswahl ist für uns die Maserung. Die Fehlerfreiheit spielt nur die zweite Rolle. Unsere shapes leben erst richtig durch das grain. Das ist auch der Grund, warum wir ca. 60 bis 70 % unserer Pfeifen mit ausdrucksstarker Sandstrahlung anbieten können. Fehlerfreies Holz wird natürlich zu glatten, in hellen Brauntönen gebeizten Pfeifen verarbeitet.“

WA: „Strahlt ihr eure Pfeifen selbst?“
Lasse : „Ja, wir haben die Möglichkeit, eigenhändig bei Stanwell zu strahlen.“

WA: „Die sandgestrahlten sind nie einfach schwarz, sondern haben immer noch einen zusätzlichen Braun- oder Rotton. Wie macht ihr das?“
Benni: „An diesem Finish haben wir lange experimentiert, bis es unseren Vorstellungen entsprach. Mehr möchte ich aber über das Thema nicht sagen (lacht.“

Benni Jørgensen

 

WA: „Wieviele Pfeifen fertigt ihr pro Jahr?“
Lasse: „Ohne die „Father & Son – Serie“ sind es ca. 400 Stück. Ja, wir sind fleissig (lacht).“

WA: „Worin unterscheidet sich die Serie von den freehands?“
Lasse: „Die Köpfe der Father & Sons werden von uns an der Drehbank vorgedreht und die Mundstücke sind aus Acryl. Es handelt sich also um sogenannte Semi-freehands die wir momentan in fünf Standardshapes anbieten.“

WA: „Wo liegen (Ende 2006) die Einstiegspreise?“
Lasse: „Die Father & Sons“ beginnen bei ca. 100 Euro und die freehands bei ca. 175 Euro.“

Das grading-System ist bei Benni und Lasse gleich strukturiert. Die sandgestrahlten und glatten werden von 1 bis 3 gekennzeichnet. Benni stempelt seine highgrades mit einem Schwan, Lasse mit einem Löwen.

Benni Jørgensen

 

Lasse Skovgaard

 

 

Weiter Infos findet man auf der HP von Benni Jørgensen: