Urlaub Nord-Jütland (DK) - Kurzbericht

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Urlaub Nord-Jütland (DK) - Kurzbericht

Beitragvon Pipendoge » 31.08.2017 14:42

Liebe Forianer,

wie schon gute Tradition, möchte ich Euch kurz über meinen am Montag zu Ende gegangenen Urlaub in Dänemark informieren. Für alle, die das nicht interessiert die Bitte, den Thread nicht wieder zum Aufkochen alter Streitigkeiten bei verfehlten Tabaktauschaktionen zu verwenden :mrgreen: , sondern einfach nicht lesen und gut ist!

Der Urlaub führte uns diesmal mit meiner älteren Tochter, Schwiegersohn und Enkeln nach Saltum Strand in ein Ferienhausgebiet zwischen Blokhus und Lokken. Meine Tochter wollte gern die Orte, die sie mit ihrer Schwester und uns als Kind besucht hatte nun ihrer kleinen Familie zeigen. Die Häuser waren sehr schön in die Dünenlandschaft eingebettet und soweit auseinander gelegen, dass es kaum irgendwelche Störungen gab. Bis zum Strand waren es ca. 500 Meter, die über einige Trampelpfade gut zu überwinden waren. Dann ist man aber noch nicht am Meer, denn der Strand selbst ist nochmal gut 300 Meter breit und kann auf einer Strecke von ca. 20 km mit Autos befahren werden. Aller paar Kilometer gibt es Zu- und Abfahrten ins Hinterland.

An den Wochenenden ist recht viel los, aber kein Vergleich mit irgendwelchen "Urlaubsparadiesen" im Süden - pro Badegast steht ungefähr ein Hektar Strandfläche zur Verfügung. Der Betrieb am Strand ist kaum reglementiert, weshalb manchmal ein wenig Aufmerksamkeit erforderlich ist. Alles, woran man irgendwie ein Segel oder einen Gleitschirm befestigen kann, wird auf Boards, Kufen oder Rädern am Strand oder im Meer zur Fortbewegung genutzt. Mein Enkel hatte einen ganz simplen Kinderdrachen steigen lassen, dessen Schnüre sich dann prompt in denen eines von einem Gleitschirm gezogenen Gefährtes verhedderte, wobei der Kindedrachen den Kürzeren zog, allerdings auch der Gleitschirm zu Boden ging :wink:

Weiterhin fällt auf, dass sich am Strand viele deutsche Hundebesitzer aufhalten, die ihren Vierbeinern freien Lauf lassen, was wohl daran liegen mag, dass für die Einreise mit Hund, anders als etwa in Schweden, kein amtstierärztliches Attest vorgelegt werden muss und so unsere lieben Landsleute den eben von einer Müllkippe in Uxmal geretteten zotteligen Freunden die grenzenlose Freiheit zeigen.

Was gibt es sonst Interessantes:

Wer die Region kennt, kennt bestimmt auch die große Wanderdüne nördlich von Lokken (Rubjerg Knude). Der Leuchtturm ist inzwischen wieder freigeweht worden, die Düne noch weiter ins Hinterland gewandert, wodurch sich der Weg vom Parkplatz zur Düne wieder etwas verkürzt hat. Der Leuchturm wird vermutlich innerhalb der nöchsten 8 - 10 Jahre ins Meer stürzen, nachdem er um 1900 etwa 300 Meter von der Uferlinie entfernt errichtet wurde. Für diese letzte Lebensphase hat der Förderverein ein neues Treppenhaus eingebaut und auch das Lichthaus wieder auf dem Turm angebracht. Der Turm kann also wieder kostenfrei bestiegen werden, es bietet sich ein toller Ausblick auf die Jammerbucht.

Die etwa 1 km Luftlinie entfernt liegende Maarup Kirke (Lönstrup) würde weitgehend abgetragen, die Grundmauern sind gut zur Hälfte ins Meer gestürzt und auch einzelne Gräber des kleinen Friedhofen, die ich vor 6 Jahren noch sah, sind inzwischen verschwunden. Nur die Grabdenkmale stehen im Landesinneren sauber aufgereiht.

Das Nordsee-Ozenarium in Hirtshals habe ich nicht besucht. Allerdings waren meine Kinder dort und kamen total begeistert wieder. Gemeinsam haben wir noch ein Adler-Reservat ca. 6 km vor Aalbaek besucht. Hier lohnt es sich, sich vorher über die Öffnungszeiten zu informieren und eine der imposanten Flugvorführungen zu besuchen.

Natürlich haben wir auch die Nordspitze Jütlands bei Skagen (Greenen) besucht, die aber inzwischen komplett überlaufen ist. Ein Tipp von mir (gern nachmachen, aber nicht weitersagen): Fahrt in Skagen den Batterievejen bis zum Ende Richtung Nordstarnd. Dort ist ein kleiner, kaum besuchter Parkplatz, und man kann von dort wunderbar einsam am Meer entlang bis nach Greenen spazieren.

Wie war es aus pfeifologischer Sicht? Ich hatte schon vor 6 oder 7 Jahren über das Geschäft der Kette Skjöld Burne in Hjörring berichtet. Es ist das einzige Geschäft mit einem wirklich guten, aber nicht außergewöhnlichen Tabakangebot. Es werden alle gängingen Marken angeboten, hinzu kommt eine große Auswahl an Tabaken der Marke "My Own Blend". Ich habe mir 5 verschiedene Tabake mitgenommen und werde ggf. später hier darüber berichten. Die Auswahl an pfeifen ist recht groß, aber nicht eben breit: Stanwell, Savinelli, Nörding, White Star. Ich habe mir eine kleine, sandgestahlte Jahrespipe von 2012 von Stanwell mitgenommen. Es gibt im Geschäft auch eine sehr schöne Auswahl an Whisky, Rum und anderen Schnäpsen, ebenso eine schöne Auswahl an Wein. Die Preise für Whisky und Rum sind geringfügig höher als bei uns, liegen aber innerhalb der Schwankungsbreite die wir hier finden.

Geschäfte von Skjöld Burne gibt es auch in anderen Städten, allerdings führen diese nur Wein und Spirituosen. Das Geschäft in Hjörrring ist das einzige mir bekannte, welches auch Tabake und Pfeifen führt, was daran liegen mag, dass sich in den Räume früher das Geschaäft "Steffens Vin og Tobak" befand, also das Sortiment schon traditionell auch Pfeifen und Tabake umfasste.

In jeden Supermarkt gibt es an der Kassen immer ein paar Tabake (OGS, Capstan, Borkum Riff, Sir Patricks), mir fiel allerdings auf, dass Mac Baren kaum mehr anzutreffen ist.

In Saltum bemerkte zuerst meine Frau ein Schild, das auf einen Pfeifenmacher und Goldschmied hinwies. Ich habe das Geschäft dann auch besucht. Der Meister (ich habe den Namen vergessen zu erfragen) war selbst zugegen, ein freundlicher Herr Mitte 60. Die von ihm gefertigten Pfeifen waren aber sowohl vom Holz als auch von der Verarbeitung her nicht schön und auch irgendwie uninspiriert. Erstaunlich auch, dass die Pfeifen mit total angelaufenen Mundstücken in einer Vitrine präsentiert wurden. Im Kontrast dazu standen die nicht eben kulanten Preise von rund 400.- € für glatte Modelle.

Noch ein Wort zum Schluss: Da mir die Strecke von Ulm nach Lokken etwas lang erschien, haben wir in Schwarzenbek auf der Hin- und Rückfahrt übernachtet. Der Ort ist mir eingefallen, weil wir früher die A24 in Richtung Norden immer an der AS Schwarzenbek/Grande verlassen haben, um bei Neumünster wieder auf die A7 zu gelangen. Es war unproblematisch, dort preiswerte Unterkunft zu finden und das unscheinbare Städtchen bietet einiges an guter Gastronomie, wodurch man auch Abends noch gemütlich sitzen und essen konnte.

Beste Grüße

Jörg
"Each artisan pipe is its creator´s auto-portrait in briar"
(Sergey Aylarov, Pipes & Tobaccos, 2009; 14/3; p. 44)
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