Langsamrauchen

Rund um das Pfeiferauchen

Re: Langsamrauchen

Beitragvon getz » 04.02.2018 17:01

Servus zusammen,
Ein Genußrauchen ist das nicht. Die versuchen ja immer nur einen kleinen Teil des Tabaks in Brand zu halten ,damit er ganz langsam abbrennt. Die gesamte Oberfläche wird da wohl nicht angezündet.
@Ronny
"auch der Squadron Leader hat das Problem nicht". Das kann ich so nicht bestätigen. Ich rauche ihn noch nicht so lange aber sehr gerne. Aber bis jetzt war noch jede Dose die ich öffnete zu feucht. Die letzte ist mit quietschnass besser beschrieben. Die stand 2 Tage offen, bevor man ihn rauchen konnte.
Gruß
Stephan
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Re: Langsamrauchen

Beitragvon Maigret » 05.02.2018 09:04

Servus Stephan,
in der Dose ist der SL doch sehr pappig und fast klebrig-naß. Im Bulk liegt er lockerer und ist viel besser zu rauchen. Deswegen habe ich die Bulkware der Dose immer vorgezogen.

Gruß Jens
Die gefährlichste Weltanschauung ist die Weltanschauung von Leuten, die die Welt nicht angeschaut haben (Alexander v. Humboldt)
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Re: Langsamrauchen

Beitragvon Pipendoge » 06.02.2018 14:28

Lieber Jan,

Pilzkopf hat geschrieben: Mir ist völlig rätselhaft, wie solche Wettbewerbe ablaufen sollen...


die Sache wird wirklich mit gewaltigem Ernst durchgezogen. Jeder Teilnehmer entrichtet ein gewisses Startgeld. Dafür bekommt jeder die gleiche Pfeife, je nach größe des Wettbewerbs durchaus recht gute Serienpfeifen, einen einfachen Holzstopfer und zwei oder drei Streichhölzer sowie, genau abgewogen, die gleiche Menge des gleichen Tabaks, meist ein halbwegs naturbelassener Virginia.

Auf Kommando, mit Stoppuhr geprüft, geht es dann ans Stopfen. Nach einer festgelegten Zeitspanne, kommt dann das Kommando "Feuer frei". Dann darf man, meist für eine Minute, die Pfeife anzünden und dabei die zuvor ausgegebenen Streichhözer verbrauchen. Während des Wettbewerbs darf man nicht nachzünden, auch wenn man noch ein Streichholz übrig haben sollte. Nach Ablauf dieser Anzünd-Minute beginnt dann der eigentliche Wettbewerb. Wessen Pfeife zum Schluss noch brennt, hat gewonnen. Der ganze Ablauf wird durch Kampfrichter überwacht. Bei größeren Wettbewerben sitzt an jedem Tisch ein Aufpasser. Wessen Pfeife ausgegangen ist, muss/kann den Wettkampfraum verlassen.

Bei Club-internen Wettbewerben können auch eigene Pfeifen verwendet werden, das restliche Prozedere ist wie oben beschrieben.

Wie gesagt, mein Ding ist das alles nicht, aber ich fände es auch schade, über die Leute, die das gern machen, herzuziehen. Es sind durchaus Pfeifen-Verrückte und somit Brüder und Schwestern im Rauche :wink:

Beste Grüße

Jörg
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Re: Langsamrauchen

Beitragvon phemmer » 06.02.2018 15:56

Hallo Jörg, alle zusammen,

Pipendoge hat geschrieben:Wie gesagt, mein Ding ist das alles nicht, aber ich fände es auch schade, über die Leute, die das gern machen, herzuziehen. Es sind durchaus Pfeifen-Verrückte und somit Brüder und Schwestern im Rauche :wink:


na ja, also ich sehe das anders, denn Langsamrauchwettbewerbsteilnehmer interessieren sich nur in großen Ausnahmefällen (die gibt es, ich kenne auch einige, aber das sind sehr große Ausnahmen!) für besondere Pfeifen oder besondere Tabake. Und letztendlich gewinnt ja schließlich der, der am wenigsten Geld in sein Hobby investiert: ein oder zwei neue Wettbewerbspfeifen pro Jahr für je 20 -30 Euro Teilnahmegebühr und derjenige, der am langsamsten raucht, ist schließlich derjenige, der am wenigsten Tabak kaufen muss.

Mein Ding ist das ebenfalls nicht, nur habe ich allzuoft gesehen, wie vollkommen teilnahmslos die meisten Langsamraucher an den Ausstellertischen mit den tollsten Pfeifen drauf vorüberziehen, sofern sie denn überhaupt einen Blick drauf werfen... Nein, das sind für mich persönlich mit meinen Interessen am Pfeiferauchen keine Schwestern und Brüder im Rauche, das ist ganz mehrheitlich eine vollkommen andere Spezies! Mal ganz abgesehen von der Vereinsmeierei!

Ich finde es schön, wenn die auf ihre Art und Weise mit ihrem Hobby und den sich daraus entwickelnden sozialen Kontakten glücklich sind! Aber meine Vorstellungen von Pfeiferauchen, Sammeln von Pfeifen, Sammeln und Probieren von Tabak sind weit entfernt von Langsamrauchwettbewerben. Das Verbrennen von Tabak reicht mir da als gemeinsamer Nenner nicht aus. Für mich ist Pfeiferauchen ein INDIVIDUELLER Genuss und das schließt für mich jeglichen Wettbewerb aus! Ich empfinde das als vollkommen anachronistisch.

Herzliche Grüße
Peter
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Re: Langsamrauchen

Beitragvon Pipendoge » 07.02.2018 08:47

Lieber Peter,

es ist nicht meine Absicht, hier eine Lanze für diese Langsamrauchwettbewerbe zu brechen, mit Ausnahme der weiter oben erwähnten Tatsache, dass es oftmals schöne Shows am Rande solcher "Meisterschaften" gibt, die dann, und da gebe ich Dir uneingeschränkt Recht, von vielen der Teilnehmer ignoriert werden.

Es gibt aber auch Pfeifenclubs, die eine Mannschaft stellen, in der sich die überwiegende Zahl der Teilnehmer sehr wohl dem von Dir genannten Interessensschwerpunkten verpflichtet fühlen. Dazu gehört für mich der Svenska Pipklubben, und die Mannschaftsmitglieder, die ich nennen möchte, sind Per Billhäll, Jan Andersson und Bengt Carlsson. Die kommen auch nicht mit bunten Jäckchen daher, sondern sind eher, mit einem Bier in der Hand, in den Shows präsent. Ansonsten ist dieser Club sehr aktiv, wenn es um die Vorstellung neuer Pfeifenmacher und besonders schöner Pfeifen gestandener Pfeifenmacher geht, ebenso bei der Vorstellung neuer und alter Tabake und mit Berichten über schöne und interessante Tabakwarengeschäfte. Vierteljährlich erscheint ein reich bebildertes Clubjournal (Rökringar) und jedes Jahr gibt es eine Jahrespfeife in Glatt und Sand von einem bekannten Pfeifenmacher (z.B. Tom Eltang, Peter Heding u.a.m.).
Ich denke, dass es in Dänemark ähnliche Aktivitäten gibt, vielleicht kann Jesper, so er zufällig hier mitliest, dazu etwas schreiben.

Wer schon einmal in den Räumen des Barcelona Pipa Clubs war, wird mir zustimmen, dass es kaum einen schöneren Ort gibt, um in aller Ruhe bei einem guten Sherry seine Pfeife zu Rauchen; ein Ort übrigens der seinen festen Platz im gesellschaftlichen Leben hat.

Ich glaube also, dass die Langsamraucher nicht durchweg aus einer Gruppe alberner Hinterwäldler mit Hang zur Vereinsmeierei bestehen, wenngleich es die sicherlich gibt.

Beste Grüße

Jörg
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Re: Langsamrauchen

Beitragvon Pilzkopf » 07.02.2018 23:04

Hallo Jörg,

vielen Dank für die genaue Schilderung des Ablaufs. Naja, meins wird das trotzdem nicht werden, da bin ich wohl eher bei Peter. Aber vielleicht sollten wir uns ja über alle freuen, die überhaupt noch ein positives Verhältnis zur Pfeife haben...

Gruß, Jan
Ein Königreich für ein gutes Zitat...
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Re: Langsamrauchen

Beitragvon getz » 08.02.2018 00:34

Servus,
inhaltlich bin ich bei Peter. Allein der Gedanke, Genuß mit Wettbewerb zu verbinden, zeigt, daß der Genuß auf auf der Strecke bleibt. Mich erinnert das an Hamburger Wettessen oder hot Chili Wettbewerbe, wo die Sieger hinterher in der Klinik landen. Mit Genuß - dazu gehört auch der Versuch, Nuancen zu erschmecken und sich an Formen, kleinen Skulpturen oder Handschmeichlern zu erfreuen - und Entspannung hat das nichts mehr zu tun. (Der Unterschied ist allerdings, daß ich keinen Brechreiz kriege, wenn ich so einen Langsamrauchwettbewerb anschauen müsste). Während ich so schreibe, komme ich allerdings zu dem Schluß, daß ich mir das eigentlich geplante "aber " sparen kann. Ich bin ganz Peters Meinung.
Gruß
Stephan
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Re: Langsamrauchen

Beitragvon FAx » 08.02.2018 01:06

Hi P&T, alle zusammen,

die Langsamraucher sind, wenn sie im Rudel auftreten, ein fröhliches Völkchen. In Chicago sind immer etliche Clubs am Start. Soweit ich das einschätzen kann, ist der Anteil derer, die neben dem Hobby auch sehr ernsthaft an handgemachten Pfeifen interessiert sind, gar nicht so gering.
Mich persönlich kann das Langsamrauchen nicht reizen: ich stelle mir das sehr mühsam vor. Was mir die Sache aber echt sympathisch macht, ist die spartanische Ausrüstung, die es eigentlich jedem ermöglicht, mitzutun. Ich sehe heute manchmal Männer in martialischer (und sicherlich sündhaft teurer) Ausrüstung auf 3000-Euro-bikes Waldwege bezwingen, wo wir als Kinder auf dem alten Torpedo-3-Gang-doppelt so schnell hochgerumpelt sind.
Laufen? Bis vor 15 Jahren dachte ich, man zieht sich Unterhemd, Turnhose und Schuhe an, dann kann man Laufen, wenn man mag. Heute muss man erstmal zig hundert Euro berappen für Funktionswäsche, Hightech-Laufschuhe, Handyhalter, Pulsmessgerät usw, bevor man sich überhaupt in angemessener Form in Bewegung setzen kann.
Diesem Trend zum Ausrüstungswahn widersetzen sich die Rauchclubs auf sehr angenehme Art, wie ich finde.

Beste Grüße,
Frank
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Re: Langsamrauchen

Beitragvon Pipendoge » 08.02.2018 08:52

Lieber Jan,


Pilzkopf hat geschrieben: Naja, meins wird das trotzdem nicht werden, da bin ich wohl eher bei Peter. Aber vielleicht sollten wir uns ja über alle freuen, die überhaupt noch ein positives Verhältnis zur Pfeife haben...


ich bin völlig bei Dir. Langsamrauchen in Wettbewerbsform ist total ätzend. Als ich 1992 nach Ulm kam, habe ich beim Tabakhändler nachgefragt, ob es vielleicht so etwas wie einen Pfeifenraucherstammtisch in Ulm gibt, dem man sich anschließen könne. Newsgroups und Foren gab es damals noch nicht. Es gab keinen solchen Stammtisch, also habe ich hier allein vor mich hingewurstelt. Ende der 1990er bin ich durch Zufall auf einen Pfeifenclub in Stuttagart aufmerksam geworden und habe den Kontakt hergestellt. Die Leute in Stuttgart haben mich eingeladen, zu ihrem jährlichen Weihnachtstreffen zu kommen, was ich natürlich gemacht habe. Am Beginn des Treffens stand, man wird es erraten, die Clubmeisterschaft im Langsamrauchen. Da ich so freundlich aufgenommen wurde, konnte ich mich des Mitmachens nicht entziehen. Es war grauenhaft, die Zunge für den ganzen Abend ruiniert und nach 20 Minuten war für mich Schluss. Dort habe ich auch erstmals live einen Durchbrenner bei einem Tischnachbarn erlebt.

Unabhängig davon war es ein schöner Abend. Für die Erstplatzierten gab es schöne Preise, der Spuk war nach gut einer Stunde zu Ende. Was blieb waren nette Gespräche rund um Pfeife und Tabak. Auch die lokale Händlerschaft war zugegen und hat die Treffen gesponsort. Ich war mehrmals bei diesen Treffen, einmal waren auch Clubmitglieder bei den späteren Daft-Treffen bei Lothar in Schaffhausen.

Beste Grüße

Jörg
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Re: Langsamrauchen

Beitragvon schundroman » 09.02.2018 01:09

Lieber Jörg,

wie man beim Versuch langsam zu rauchen innerhalb einer Stunde eine neue Pfeife zum Durchbrennen bringen kann ist ja fast unglaublich. Bist du dir sicher, dass du nicht auf einem Speedsmoking Event warst? Vielleicht so in etwa wie beim Speeddating. 10 Minuten pro Tabak ...

Hektische Grüße, Alexander
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