Anfängerprobleme

Rund um das Pfeiferauchen

Anfängerprobleme

Beitragvon DirkMa » 15.03.2018 15:16

Hey Leute :-)

Ich bin noch absoluter Anfänger bzgl. der Pfeife und habe gestern Abend das erste mal in meinem Leben meine Jean Claude "gebogen" (aus dem Einsteiger-Set) geraucht.
Dazu habe ich den Indian Summer Tabak gekauft. Warum? Keine Ahnung, ich wollte einen natürlichen Virginia Tabak ohne Aroma. In kombination mit dem Namen fand ich das ganze interessant ;-)
Mit irgendeinen Tabak muss man halt anfangen!

Vorher habe ich mich natürlich tagelang mit YouTube-Videos und in Foren informiert.

Die kleinen Probleme fingen schon beim Einsetzen des Filters an. Ich habe die beiliegenden Jean Claude Kohlefilter genommen, aber die gingen ziemlich schwer rein.
Die sind auch nicht farblich (blau) gekennzeichnet. Man musste schon ein bisschen kräftig das Mundstück eindrehen. Ob das so in Ordnung war?

Das Rauchen der Pfeife war auch nicht so der Hit. Ich habe sie das erste mal angezündet, dann ausgehen lassen, kurz nachgestopft (ganz leicht) und wieder angezündet.
Ja, dann hatte ich 5 Sekunden Geschmack und Rauch und dann glimmte zwar der Tabak, aber es kam kein Rauch mehr aus dem Mundstück.
Entsprechend oft zieht man dann wieder, was aber sicher nicht der Sinn ist, da die Pfeife dadurch auch heiß wird und der Tabak im Mund einen scharfen Geschmack entwickelte.
Am Ende musste ich mind. 5x die Pfeife neu anzünden und hatte nur mäßig Rauch im Mund. Die Pfeife selbst wurde nicht heiß, jedoch wärmer als meine Hand.

Was ich festgestellt habe, dass ich beim ziehen an der Pfeife ein "pfeifendes, zischendes" Geräusch hörte. Zudem war der Zugwiderstand für mich als Raucher eher so, als wäre gar kein Tabak in der Pfeife drin.
Für mich eindeutig zu wenig vom Gefühl her.

Ist meine Beobachtung bzw. mein Gesamteindruck normal? Was habe ich falsch gemacht? Vielleicht hatte ich auch zu viel Angst, deshalb nicht zu stark gezogen und vielleicht zu kurz angezündet.

Ich hoffe ihr könnt mir helfen :-)

Liebe grüße
Dirk
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Re: Anfängerprobleme

Beitragvon piper965 » 15.03.2018 17:36

Hallo Dirk,

ich kenne den Tabak nicht, lese aber, dass es sich wohl um einen Stanwell-Frucht-Aromaten aus Burley-Virginia im Coarse Cut (Grobschnitt) handelt. Dazu braucht man mM schon ein recht ordentliches (also großes bis sehr großes) Füllvolumen (größer 20 qcm), und sowas ist auch nicht ganz so einfach zu rauchen.

Am Anfang würde ich eher zu Ribbon-Cut raten. Ein naturbelassener reiner Virginia im Ribbon Cut ist zB Dunhill Ye Olde Signe. Der macht auch in kleineren und mittleren Köpfen mit.

Dennoch denke ich, dass am Anfang (und auch noch Jahre später), das Stopfen und kühl Rauchen Herausforderungen bleiben werden, die immer wieder neu zu meistern sind. Bei mir persönlich erlebe ich erst spürbare Verbesserungen, seit dem ich ohne Filter rauche - und es schmeckt mir auch besser (ohne den Filter und auch, weil ich kühler rauche).

Aber es gilt: Du entscheidet was dir schmeckt - und: es ist beim Pfeiferauchen noch kein Meister vom Himmel gefallen.

Viel Freude beim Entdecken und üben.

VG, Oliver
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Re: Anfängerprobleme

Beitragvon DirkMa » 15.03.2018 18:54

Vielen Dank piper für diese Info. Dann werde ich evtl. mal ein wenig mehr Tabak verwenden.

Auf der Dose steht: Die Mischung erhält Ihren einmaligen geschmack durch erlesene Virginia-, luftgetrocknete Burley und ausgesuchte Black Cavendish-Tabake.
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Re: Anfängerprobleme

Beitragvon Ch. Demian » 15.03.2018 19:10

Hej Dirk,

hmm, um es kurz zu machen:

Indian summer = mäßig guter Tabak (eigentlich mieser Tabak).

Jean Claude Anfängerdings = mäßig gute Pfeife (eigentlich sind alle Anfängersets Mist).

Gebogen = mäßig gute Entscheidung für den Anfang (eigentlich nichts dagegen zu sagen, aber gerade Pfeifen taugen für den ersten Zug mehr).

Alles in allem schlechte Anfangsbedingungen :-/ Ich weiß, der Name (Anfänger...) suggeriert irgendwie Erleichterung beim Einstieg, aber das ist Quark.
Es ist nicht unbedingt nachvollziehbar, warum man auf schlechtem Gerät lernen soll. Ich empfehle nicht unbedingt teures Sammlerholz oder irgendso ein
Snob-Zeug ;-) Aber solides Equipment sollte es schon sein.

VG

Chris

P.S. und die Dunhill-Tabake - wiewohl ich Olivers Empfehlung eigentlich teile - auch nicht immer anfängerfreundlich...

P.P.S. und auf der Dose stand "einmaliger Geschmack" sagst Du? Interessant... ;-)
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Re: Anfängerprobleme

Beitragvon DirkMa » 15.03.2018 22:57

Hi Demian,

danke für die Antwort.

Das die Pfeife gebogen ist und somit eher nicht für Anfänger geeignet ist mir bekannt. Leider habe ich nur diese als Set erhalten.

Das der Tabak mies sein soll... kann ich nichts dazu sagen. Nunja, als Anfänger habe ich keine Ahnung welcher Tabak gut ist und welcher nicht und jeder hat eine andere Meinung.
Einige finden den Indian Summer gut, andere wiederum nicht. Viele Testergebnisse gibt es dazu nicht. Ich habe keine Erfahrungen auf die ich zurückgreifen kann.

Ich habe mir eine Vauen Diplomat D3 ins Auge gefasst oder zumindest eine ähnliche Pfeife, da mir diese besonders gut gefallen.

Wäre so eine ideal?

:-)
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Re: Anfängerprobleme

Beitragvon Maigret » 16.03.2018 08:40

Hallo Dirk,
Christ hat schon recht, zumindest ein bisschen, denn beim Indian Summer würde ich ihm so nicht zustimmen. Es ist m.E. nach ein guter Tabak, um sich an den Geschmack zu gewöhnen, ausserdem brennt er einigermassen gut ab, ohne zuviel Kondensat zu entwickeln.
Ist aber insofern egal, weil die Ansichten da immer unterschiedlich sind, und letztlich muss jeder seine Erfahrungen selber machen.
Witzig ist, dass fast jeder, der heutzutage mit dem Pfeiferauchen anfängt, nach Filtern fragt.... also würde ich mir jetzt eine AMG S-Klasse kaufen, würde ich den Verkäufer auch nicht fragen, wo ich die Drossel einbauen muss...
Ich rate jedem, am Anfang den Filter wegzulassen, man merkt dann nämlich viel schneller, wenn der Rauch zu heiß wird, oder ob Kondensat kommt und last not least, man schmeckt den Tabak besser (mit Ausnahme von Balsafiltern vielleicht...)
Wenn man sich irgendwann später für den Filter entscheidet, weil man vielleicht Tabak stärkeren Aromas bevorzugt, ok. Aber sich von Anfang an geschmacklich zu limitieren, halte ich für die falsche Herangehensweise.

Gruß Jens
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Re: Anfängerprobleme

Beitragvon TeBe » 16.03.2018 10:04

Moin Dirk.

Soweit ich weiß haben nur die Vauen-Kohlefilter eine blaue Kunststoff- und eine weiße Keramikkappe. Das soll Kosten sparen. Die Blaue und soll zum Mundstück, die Weiße zum Pfeifenkopf hin eingesteckt werden. Die anderen Filterhersteller benutzen zwei Keramikkappen, da ist es egal, wierum die reinkommen.
An sonsten klingt deine Beschreibung nach zu locker gestopfter Pfeife. Der Zug soll wie beim Trinken mit Strohhalm sein. Also vielleicht mal etwas fester stopfen. Du brauchst die Pfeife am Anfang auch nicht ausgehen zu lassen. Zünde sie unter kurzen aber nicht zu heftigen Zügen an und glätte mit dem Stopfer nach, wobei du weiterhin kurze Züge machst. Danach langsam weiterrauchen. Wenn die Pfeife aus geht, einfach nachzünden und dabei wieder kurze Züge machen. Auch beim Nachstopfen. Irgendwann kriegst du es dann gut hin. Und dass eine Pfeife zwischendurch mal aus geht, ist keine Seltenheit. Einfach wieder anzünden und weiterrauchen.
Übrigens, wenn du ohne Filter rauchst, musst du noch ein bisschen fester stopfen als mit Filter, da der Zugwiderstand dann geringer ist.

Gruß, Thomas
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Re: Anfängerprobleme

Beitragvon Tom_123 » 16.03.2018 12:55

Hallo Dirk,

von Anfänger zu Anfänger:
(d.h. meinen Beitrag bitte entprechend bewerten und einordnen)

Am Anfang habe ich auch wenig geschmeckt, das ist einerseits Gewohnheitssache,
kann aber auch an zu 'leichten' Tabak liegen.

Neu geöffneter Tabak ist auch oft zu feucht.
Abhilfe: Einige Portionen aus der Büchse nehmen und offen liegen lassen bis die Feuchte stimmt.
Richtlinie für mich: Sollte ungefähr die Feuchte von gut rauchbaren (Zigaretten) Drehtabak haben.

Während des Rauchens mußt du ab und zu (leicht!!) nachstofpen, hast du das gemacht?

Hier noch ein Video, daß mir am Anfang sehr geholfen hat:

https://www.youtube.com/watch?v=rrUj0YCNdL4

Allgemein und natürlich nur meine Meinung:
Günstige Pfeifen müssen nicht schlecht sein.
Ich habe keine Pfeife, die über 100€ gekostet hat und die meisten lassen sich super rauchen.
Von den Corncobs und Tonpfeifen, über meine 'unter 30€' Vauen und Polos bis zu den 'besseren Modellen,
die ich aber hauptsächlich wegen der gefälligen Optik und/oder dem niedrigen Gewicht gekauft habe.

Keine Ahnung warum Anfängern immer gerade Pfeifen empfohlen werden?
Mit einer Bent sieht man besser/leichter was in der Brennkammer passiert und kann sie leichter im Mund halten.

Ich habe mit Dunhill Tabaken ( Night Cup, 965 und EMP) angefangen und empfinde sie immer noch
als am einfachsten zu rauchen.
Warum Anfänger nun unbedingt Aromaten oder Exoten rauchen sollten -was ja oft empfohlen wird- erschließt sich mir nicht.

Beste Grüße und bitte das zuvor gesagte nicht übel nehmen
Tom
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Re: Anfängerprobleme

Beitragvon DirkMa » 16.03.2018 13:28

Hallo und tausend Dank für eure Tipps :-)
Das motiviert mich doch wieder :D

Maigret:

Ich wusste ehrlich gesagt gar nicht, dass ich den 9mm Filter weglassen kann. Das werde ich doch demnächst mal probieren.
Ich dachte immer das ginge nur bei den 6mm Pfeifen. Das freut mich, dann kann ich den Tabak pur genießen :-)
Geschmacklich kann ich mich gar nicht beschweren, ich kenne bisher nur den Indian Summer und er schmeckt für mich einfach nach Pfeife :D Ich habe damals bei einem Bekannten bereits zwei,-dreimal
an einer Pfeife gezogen und der Geschmackt hat sich im Kopf eingeprägt. Ihr langjährigen pfeifenraucher kennt so viele Tabaksorten, dass ist kein Vergleich zu jemanden der anfängt. Mir würde vermutlich jeder Tabak mehr oder weniger schmecken. Damals hatte ich glaub ich so einen Rum-Tabak probiert und den wollte ich danach unbedingt als Drehtabak haben ;-)

TeBe:

Danke für den Tipp, eigentlich hab ich das so auch gemacht. Ich werde das einfach nochmal in Ruhe probieren und dann mal schauen :-) Ich bin deswegen nicht enttäuscht, dass es nicht geklappt hat. Im Gegenteil, es spornt mich nur an es weiter zu versuchen.

Tom_123:

Ich habe glaub 5-6 Stunden Videos auf YouTube dazu gesehen, genau so handhabe ich das ganze mit dem stopfen. Ich glaube daran liegt es nicht. Ich glätte jedesmal die Asche ganz vorsichtig und zünde bei bedarf nochmal nach. Geschmacklich habe ich kaum was auszusetzen, schmeckt eben nach Pfeifentabak und ein wenig ungewohnt. Aber das war mir klar, da ich mir extra nicht aromatisierten Tabak gekauft habe. Wenn ich intensiveren Geschmack wollte, hätte ich mir irgendeinen Vanille, Rum oder Whisky Tabak gekauft :-D Ich wollte am Anfang erstmal puren Tabak genießen.

Ich komme erst am Sonntag wieder zum Rauchen, da ich vorher irgendwie nicht die Zeit dazu finde. Zudem hab ich Morgen eine Feier und will mich nicht mit einem Zungenbrand rumärgern :-P Werde dann nochmal berichten und ohne Filter rauchen.
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Re: Anfängerprobleme

Beitragvon Maigret » 16.03.2018 14:12

Servus Tom,
Tom_123 hat geschrieben:....Keine Ahnung warum Anfängern immer gerade Pfeifen empfohlen werden?..Tom

das liegt daran, weil bei gebogenen Pfeifen das Kondensat in den Kopf zurück läuft und da Anfänger eher zu stärkerer Kondensatbildung neigen (bis sie das richtige Verhältnis zwischen Zugfrequenz, Temperatur und das-Ausgehen-verhindern erlernt haben), besteht hier die Gefahr, dass der Tabak nach 2/3 der Füllung versumpft, dann wird nachgefeuert, noch mehr Sumpf etc pp.
In einer Geraden Pfeife bemerkt man Kondensat viel eher und kann es a) mit einem Reiniger aufnehmen (der aber nur dann durchpaßt, wenn da kein Filtger drin ist) und b) rechtzeitig merken, dass was nicht richtig ist und es korrigieren.

Gruß Jens
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