Das Vauen-Problem

Fragen, Kommentare zu Pfeifenmachern und -herstellern

Das Vauen-Problem

Beitragvon oldfashioned » 09.01.2018 15:55

Werte Mitraucher !
Neulich habe ich mir eine Pfeife geleistet, auf die ich schon lange scharf war: Eine Vauen Diplomat, rot gebeizt, guter gebrauchter Zustand.
Da ich es nicht besser wußte, war ich von ihrer Wuchtigkeit, ihrer geschmacklichen Güte und vor allem ihrem Gewicht (70g) nicht gerade beeindruckt.
Bisher hatte ich eine positive Erinnerung an sehr früh gekaufte Vauen "Luxus" Modelle so etwa 1969, ausgesprochen gute Erfahrungen habe ich gemacht mit gebraucht gekauften "Interstyle" und "Luxus" aus den 70er und 80er Jahren. Und gar nicht zufrieden war ich mit einer "Exclusiv", neu gekauft 1983 sowie einer 2015 neu gekauften "Royal".
Die letztgenannten haben mir einfach nicht geschmeckt. Und hier komme ich zum Punkt:
Alle Vauen-Pfeifen sind handwerklich einwandfrei und ihr Finish ist immer tadellos. Aber die aktuellen Neubauten sind durch die Bank schwergewichtig und geben so dem Verdacht Nahrung, daß im Sinne einer rationellen Produktion auch Bruyere Verwendung findet, die einfach nicht alt genug ist bzw. nicht genügend abgelagert werden konnte.
Von den italienischen teuren Fabrikaten wie Ascorti, Caminetto , Castello, Mastro de Paja etc. wird behauptet, daß die Hersteller größere Lagerbestände von Bruyere vorhalten, um solche Probleme nicht aufkommen zu lassen. Tatsächlich habe ich bei denen (auch wenn sie relativ jung sind) immer gute geschmackliche Erfahrungen gemacht, auch dann, wenn sie schwerer als 50g waren.
Das am Anfang erwähnte dicke Schätzchen kann man zwar rauchen, aber es zeigt eben auch, daß Design und Finish nicht alles sind, wenn es um die "gute" Pfeife geht. Wahrscheinlich verkaufe ich dieses Stück auch wieder.
Beste Grüße:
Paul
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Re: Das Vauen-Problem

Beitragvon Pipendoge » 09.01.2018 16:09

Hallo Paul,


oldfashioned hat geschrieben: von ihrer Wuchtigkeit...


wenn ich Dein Profilbild so anschaue, dachte ich immer, dass Du besonderen Wert auf gaaaaanz wuchtige Pfeifen legst :wink:

Ich kann nun leider gar nichts zu den aktuellen VN-Produkten sagen. Früher haben sie mir ganz gut gefallen, wenn man denn eher klassische Pfeifen mag. Alle vier Exemplare, die ich besaß, ließen sich tadelsfrei rauchen, wenngleich das finish bei den ansonsten sehr eleganten schwarzen glatten Pfeifen nicht besonders stabil war. Da ich nach 2000 keine Filterpfeifen mehr gekauft habe, habe ich auch die Marke aus den Augen verloren.

Was ich mir allerdings nicht vorstellen kann ist, dass eine 70 gr. Pfeife mit dem Habitus einer 50 gr. Pfeife 20 gr. Wasser enthält. Dazu können vielleicht die hier anwesenden Pipenmacher mehr sagen.

Beste Grüße

Jörg
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Re: Das Vauen-Problem

Beitragvon pipediver » 09.01.2018 23:55

Hallo zusammen,

Ich habe mit Vauen gemischte Erfahrungen. Einerseits habe ich mehrere Jahrespfeifen, da ist alles bestens. Andererseits habe ich einmal Pfeifen mit Zirkel (sprich Zeichen) meiner Studentenverbindung geordert, deren Verschachtelung jenseits von gut und böse sind. Rauchen tun sie sich gut, aber der weisse Punkt, der ja ein Qualitätssymbol für etwas bessere Vauens sein soll, gehört da nicht drauf...
Gruss
Martin
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Re: Das Vauen-Problem

Beitragvon silver-spigot » 10.01.2018 00:44

Hallo Jörg
Pipendoge hat geschrieben:Was ich mir allerdings nicht vorstellen kann ist, dass eine 70 gr. Pfeife mit dem Habitus einer 50 gr. Pfeife 20 gr. Wasser enthält.
:mrgreen:
Dazu können vielleicht die hier anwesenden Pipenmacher mehr sagen.

Würde mich auch interessieren... Nach meiner Theorie kann ich mir nicht vorstellen, dass ein Hersteller von Serienpfeifen Pfeifen aus so nassem Holz produziert, dass man den Feuchtigkeitsgehalt am Gewicht spüren könnte. Immerhin bestünde in diesem Fall die Gefahr, dass sich später beim Nachtrocknen im Besitz des Käufers Risse bilden, was unweigerlich eine Flut von berechtigten Reklamationen nach sich zöge.

Die geschmacklichen Defizite würde ich weniger einer erhöhten Restfeuchtigkeit im Holz anlasten. Mutmaßlich geht das eher aufs Konto eines schlampigen Auskochprozesses der Bruyere Knollen.
Viele Grüße
Jochen
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