Was ist Euer persönliches no-go-Shape?

Re: Was ist Euer persönliches no-go-Shape?

Beitragvon TeBe » 07.10.2016 10:52

Hallo Jörg.

Pipendoge hat geschrieben:...
@Thomas: Glückwunsch zum 500. Beitrag :wink:
Beste Grüße
Jörg

Danke. Gratuliere dir auch nachträglich zum 1000. Beitrag.

Gruß, Thomas
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Re: Was ist Euer persönliches no-go-Shape?

Beitragvon FAx » 07.10.2016 18:39

Hi P&T, Jörg,

Deine Abneigung gegenüber den Hawkbills kann ich teilen, solange die Dinger so aussehen wie die von Dir verlinkten.
Da würde ich glattweg sagen, das ist mein No-go-shape. Finde ich echt richtig häßlich.
Aber: ich frage mich, wer das shape definiert hat und wie eng die Definition eigentlich ist.
Wenn man nämlich alles ein bißchen aufweicht, in die Länge zieht und einen Bambusholm akzeptiert,
besitzt Du quasi eine Hawkbill aus Remscheider Produktion. Also dieser abwärts gekrümmte Holm
kann schon spannend sein; bloß muß man vorsichtig sein, damit das nicht in die Hose geht. Grundsätzlich
finde ich, dass die Idee eines auf der ganzen Länge abwärts gebogenen Holmes durchaus eine Menge
Potenzial hat. Zum Beispiel funktioniert es auch beim Elephants foot oft wunderbar, ein gebogenes Bambusstück
hawkbillartig zu verarbeiten. Mir gefällt das aber nur dann, wenn Holm und Mundstück überdurchschnittlich lang sind
und der Bogen eher sanft verläuft. An den "klassischen" Hawkbills stört mich besonders dieses "hakenartige", was automatisch
entsteht, wenn Holm und MS kurz und stark gebogen sind.

LG, Frank
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Re: Was ist Euer persönliches no-go-Shape?

Beitragvon Pipendoge » 10.10.2016 13:07

Lieber Frank,

FAx hat geschrieben:Wenn man nämlich alles ein bißchen aufweicht, in die Länge zieht und einen Bambusholm akzeptiert,
besitzt Du quasi eine Hawkbill aus Remscheider Produktion.


wenn Du diese superschöne Pfeife meinst

http://www.pipendoge.de/AxRitz_bilder.htm

dann hätte ich die nie als Hawkbill angesehen.

Bei meiner Aversion geht es eher um diese klobigen Eumel, die wirklich wie eine Gießkanne aussehen.

Beste Grüße

Jörg
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Re: Was ist Euer persönliches no-go-Shape?

Beitragvon FAx » 10.10.2016 17:09

Hi Jörg,

diese meinte ich nicht. Ich dachte an eine aus 2012, bei der der Holm zwar leicht, aber doch über die ganze Länge gebogen ist und die Biegung sich über's MS fortsetzt. Mit einem ganz dünnen Stecker und so einem Knubbel als Sattelersatz.
Leider habe ich keine Bilder. Aber Du hattest die Pfeife seinerzeit mal irgendwo mit Bild vorgestellt.

Mich interessiert eigentlich auch nur die Frage, was eine Hawkbill zur Hawkbill macht. Wie eng das definiert ist usw...
Ginge es am Ende nur darum, dass der Holm nach unten gebogen ist (was ja eigentlich das unübliche an diesem shape ist), dann kann das eben auch gut aussehen. Je nachdem, wie alles proportioniert wird.

LG, Frank
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Re: Was ist Euer persönliches no-go-Shape?

Beitragvon Pipendoge » 10.10.2016 18:09

Lieber Frank,

ich habe jetzt im Büro noch Bilder von der Pfeife, die Du meinst, gefunden. Die Bilder habe ich im Frühjahr 2012 gemacht mit dem üblichen setting für meine HP. Aber ich bin nun völlig neben der Kapp, weil ich nicht weiß, wo die Pfeife ist :? Ich habe 2013, nach dem Schlaganfall, keine Deiner Pfeifen verkauft (wie auch nicht von Nele, Jürgen und Tom R.) aber die Pipe is wech :oops:


Bild
Bild

Hier aber wenigstens die Bilder, damit alle sehen, worum es geht, eine Hawkbill ist das IMO nicht, aber es gibt einen Vogel, der so einen dünnen, langen gebogenen Schnabel hat. Vielleicht kann der als Namenspatron herhalten :D


Beste Grüße

Jörg
Zuletzt geändert von Pipendoge am 11.10.2016 12:36, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Was ist Euer persönliches no-go-Shape?

Beitragvon FAx » 11.10.2016 08:02

Lieber Jörg,

wir räumen seit 2 Wochen die Steinmetzwerkstatt auf (2 Wochen hört sich viel an, aber es geht halt nicht um Pfeifen usw: wir haben u.a. 25t Material entsorgt und weitere 15t umgelagert...).
Gestern fand ich im Kompressorraum, ganz hinten im Wandregal, eine Tüte, die ich 2005 dort deponiert und seitdem an mehreren Orten verzweifelt gesucht habe. Mitlerweile hatte ich sie abgeschrieben, aber siehe da: ein gutes Haus verliert nichts :D :D

Ganz lieben Gruß, der Frank
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Re: Was ist Euer persönliches no-go-Shape?

Beitragvon Pipendoge » 11.10.2016 13:39

Hi Frank

FAx hat geschrieben:.. wir haben u.a. 25t Material entsorgt...


nach dieser Aktion müsste sich eigentlich das Gebäude langsam aus dem Erdreich nach oben bewegen! Wenn Du bis zum Frühjahr wartest, ist Deine Werkstatt im Hochparterre :D und für die Kunden im Steinmetzbetrieb musst Du eine Leiter anstellen :oops:

Beste Grüße

Jörg
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Re: Was ist Euer persönliches no-go-Shape?

Beitragvon Hans-Jürgen Rieger » 11.10.2016 23:09

Hi Jörg,

zum Glück gibt es zu dem von Dir erwähnten Shape noch einige Varianten, die die Hawkbill sehr angenehm und für mich zu einer meiner Lieblingsformen macht. Shape No. 84 von Castello bietet für meine Bedürfnisse alles, was eine Pfeife können muss. Sie läßt sich bei vielen Beschäftigungen problemlos zwischen den Zähnen halten ohne irgendwann einen Krampf an der Muskulatur von Ober- oder Unterkiefer hervorzurufen und erlaubt somit ein Rauchen z.B. beim Autofahren, PC-Arbeit, Gassi-Runden oder wofür man sonst noch gelegentlich beide Hände benötigt.
Bei mir sind es die Panel-Formen und Billiards mit quadratischen Holmen. Mich stört dieser Formenwechsel einfach. Wenn mit diesem Formenwechsel auch noch ein Wechsel der Oberfläche (glatt vs. sandgestrahlt oder rustiziert) verbunden ist, wird es für meinen Geschmack extrem kritisch.

Rauchige Grüße
Hans-Jürgen

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Re: Was ist Euer persönliches no-go-Shape?

Beitragvon Pipendoge » 12.10.2016 10:03

Hallo Hans-Jürgen,

Hans-Jürgen Rieger hat geschrieben:...zum Glück gibt es zu dem von Dir erwähnten Shape noch einige Varianten, die die Hawkbill sehr angenehm und für mich zu einer meiner Lieblingsformen macht. Shape No. 84 von Castello


vielen Dank für den Hinweis. Nachdem die Castello 84 schon anderswo erwähnt wurde, habe ich mir dazu mal ein paar Bilder angeschaut. In der Tat sieht diese Variante der Hawkbill bedeutend gefälliger aus, als viele Hawkbills aus dem Freehandbereich. Ich mag sie dennoch persönlich nicht, aber finde das Shape von Castello prinzipiell ok. Es zeigt auch eine Verwandschaft zur klassischen Author, die ich aber auch nicht sonderlich mag. Was meine Aversionen gegen über der Hawkbill begründet hat, war ein Hype vor ein paar Jahren bezüglich der Hawkbills, besonders der von Julius Vesz,

https://www.google.de/search?q=julius+v ... 20&bih=941


die dann eine Welle von Hawkbill-Varianten nach sich zog, die immer abstruser wurden. Erwin van Hove war ein großer Fan davon und wir haben heftigst darüber diskutiert.

In meiner kleinen, unvollständigen Shape-Übersicht:

http://www.pipendoge.de/SHAPES.HTM

habe ich ein besonders schauderhaftes Hawkbill-Exemplar abgebildet.

Beste Grüße

Jörg
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Re: Was ist Euer persönliches no-go-Shape?

Beitragvon phemmer » 12.10.2016 13:11

Hallo Jörg, Frank, Hans-Jürgen, alle zusammen,

also die Vesz-Version wäre in meinen Augen gar keine wirkliche Hawkbill, weil das Shape dazu am Holmansatz viel zu indifferent ist und mit der Silberolive in Kombination mit dem arg exaltierten Mundstück jede klare Form sowieso zunichte macht.

FAx hat geschrieben:Mich interessiert eigentlich auch nur die Frage, was eine Hawkbill zur Hawkbill macht. Wie eng das definiert ist usw...
Ginge es am Ende nur darum, dass der Holm nach unten gebogen ist (was ja eigentlich das unübliche an diesem shape ist), dann kann das eben auch gut aussehen. Je nachdem, wie alles proportioniert wird.


Die Castello 84 Versionen zeigen eigentlich ganz gut, worum es geht: Im Gegensatz zur klassischen Bent, bei der Holm und Mundstück eine "S-Kurve" bilden, bilden Holm und Mundstück der Hawkbill einen einfachen nach unten gezogenen Bogen. Zwei Details verstärken dieses Prinzip: Ein Kopf/Holm-Übergang, der an der Oberseite gegen Null tendiert und eine Zapfenbohrung mit Holmabschluss, die im Verhältnis zur Rauchkanalbohrung nach unten versetzt sind. Hier unterscheidet sich das Shape am extremsten von den "gängigen" Bent-Lösungen, bei denen diese Achsenverschiebung genau umgekehrt ist. Das Shape ist übrigens kein "neues" sondern über 100 Jahre alt! Ich besitze zwar keine Hawkbill, aber wenn das Shape gut gemacht ist, finde ich es eigentlich ganz OK. Vor allem als Stand Up, wenn auch die untere Bogenlinie die Richtung nicht mehr in den Kopfboden wechselt. Das finde ich sehr konsequent, klar und streng.

Bei persönlichen No-Go-Shapes wird's schon schwieriger: Alles, was formal vor sich hinbrabbelt, womit sich eine klare Shapebezeichnung eigentlich schon erübrigt, und alles, was mimetisch etwas nachbildet ohne nötiges Abstraktionsvermögen, ganz egal ob das nun "Shapes" sind oder Oberflächengestaltungen. Womit ich auch so meine Schwierigkeiten habe, das sind quadratische Holme, die nicht auf Kante gestellt sind und zwar schlicht, weil sie sich meines Erachtens unangenehm in der Hand anfühlen. Und 95% aller Calabash-Inside-Versionen, weil sie nur extreme Proportionsverlagerungen bieten, aber die erweiterten konstruktiven Möglichkeiten fast nie nutzen. Sowas finde ich regelrecht ärgerlich! Wie bogengebohrte Pfeifen, die man auch gerade bohren könnte...

Grüsse
Peter
phemmer
 
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