'ne Bo oder die Flegeljahre eines Genies...

'ne Bo oder die Flegeljahre eines Genies...

Beitragvon Ch. Demian » 29.05.2017 12:27

Hej Leute,

normalerweise würde ich es nicht machen, aber hier wurde in der letzten Zeit soviel über eBay-Funde, -Wunder und -Reinfälle
geschrieben, dass ich es euch nicht vorenthalten möchte. Zumal eine Bo so häufig einem nun nicht über den Weg läuft. Es sind
noch zwei drei andere fabelhafte Dinger in dieser Sammlung (ist nicht meine und nicht meiner Verwandten oder Bekannten),
aber insbesondere die Bo ist schon schräg (von 1983) und so Bo-esk nicht, wie man es kennt... Aber schaut mal selbst:

http://www.ebay.de/itm/112415929910?_tr ... EBIDX%3AIT

LG

Chris

P.S. Allen, denen sich der Zustand als grausam darstellt - das stimmt einerseits. Andererseits kann man sie seeehr gut restaurieren.
Sogar beinahe in neuwertigen Zustand versetzen, wenn man es kann.
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Re: 'ne Bo oder die Flegeljahre eines Genies...

Beitragvon FAx » 29.05.2017 18:49

Hi Chris,

danke für den Tipp!

Bis 5 sek vor Ende wäre ich aus Spaß noch bis 4000 mitgegangen. Drüber war's mir zu heikel, weil man schlecht abschätzen konnte, wie die Piepen von innen aussehen.
Aber spannend war's... :D

LG, Frank
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Re: 'ne Bo oder die Flegeljahre eines Genies...

Beitragvon Ch. Demian » 29.05.2017 20:39

Hallo Frank, P&T,

ja, leider war ausgerechnet die Bo (relativ zu den anderen) schlechter beisammen - Dellen, Fehlstellen usw. Am besten
war die Nummern-Bang mit der Cocobolo-Applikation (oder was ist das?) erhalten und alleine schon (wenn restauriert)
etwa 1/4 des Endpreises wert. Die Paule B. und Paule W. waren nicht so schön, wie die Kay Rasmussen, aber auch etwas
wert. Wenn der künftige Besitzer alles zu Geld macht, was sonst dabei war (eine konnte ich nicht entziffern und zuordnen),
hat er für knapp 4k eine Bo. Das ist ein Schnäppchen - wenngleich nicht eben meine Preisklasse. Die Sammlung bestand übri-
gens 'ner Handvoll weiterer bemerkenswerter (!) Schönheiten (verteilt auf mehrere Auktionen) und der ehemalige Inhaber ein
Mensch mit Blick dafür - leider nix von den wirklich raren sachen, wie Holbek, Ivan oder P. Rasmussen. Aber frühe Ilsteds z.B.
und ein paar Larsens aus den 60ern.

LG

Chris
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Re: 'ne Bo oder die Flegeljahre eines Genies...

Beitragvon Maigret » 29.05.2017 20:43

Hallo zusammen,
na wenn ich das so sehe.... einmal Glück beim Einkauf gehabt und die Rente ist gesichert :mrgreen:

Gruß Jens
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Re: 'ne Bo oder die Flegeljahre eines Genies...

Beitragvon Pilzkopf » 29.05.2017 20:54

Ch. Demian hat geschrieben:Die Sammlung bestand übrigens 'ner Handvoll weiterer bemerkenswerter (!) Schönheiten (verteilt auf mehrere Auktionen) und der ehemalige Inhaber ein Mensch mit Blick dafür


Hi Chris,

ich versteh nur eines nicht: Wenn man für sowas einen Blick hat, wie kann man die Pfeifen dann so zurichten? Das kriege ich nicht zusammen...

Gruß, Jan
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Re: 'ne Bo oder die Flegeljahre eines Genies...

Beitragvon FAx » 29.05.2017 21:51

Pilzkopf hat geschrieben:
Ch. Demian hat geschrieben:Die Sammlung bestand übrigens 'ner Handvoll weiterer bemerkenswerter (!) Schönheiten (verteilt auf mehrere Auktionen) und der ehemalige Inhaber ein Mensch mit Blick dafür


Hi Chris,

ich versteh nur eines nicht: Wenn man für sowas einen Blick hat, wie kann man die Pfeifen dann so zurichten? Das kriege ich nicht zusammen...

Gruß, Jan


Hi Jan, ich bin nicht Chris, aber...

...die sahen zwar ziemlich verknöselt aus, aber ich hatte das Gefühl, die sind nicht kaputt geraucht worden. Vielleicht liege ich daneben- Aufarbeiten ist nicht gerade mein Steckenpferd. Aber das meiste sah mir mehr nach Reinigung als nach Raparatur aus. So ein braun-grün-gelbes Mundstück z.B. ist mit sympathischer als ein zu oft poliertes, wo schon Substanz fehlt.
Ich glaube, die meisten der Pfeifen kann man ziemlich gut wieder hinkriegen, falls die Brennkammern noch in Ordnung sind.
Hätte man das feststellen können, wäre ich wohl noch bis 6k mitgegangen.

Meine Rechnung sah in etwa so aus wie die von Chris. Nur wäre die Bo auch wieder über den Tresen gegangen, und mit dem Erlös hätte ich mich auf die Suche nach einem schönen E30 Cabrio gemacht. Es sei denn, ich hätte mich blitzverliebt: dann hätte mein Mopped dran glauben müssen, um die Bo zu behalten.
Aber was nützt die ganze Rechnerei? Weg sind se... :D

LG, Frank
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Re: 'ne Bo oder die Flegeljahre eines Genies...

Beitragvon FAx » 29.05.2017 22:06

Ch. Demian hat geschrieben:Hallo Frank, P&T,

Am besten
war die Nummern-Bang mit der Cocobolo-Applikation (oder was ist das?)


Hi Chris,

ich würde eher auf Ebenholz tippen. Cocobolo wäre glaube ich rötlicher, und mehr verwirbelt...

LG, Frank
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Re: 'ne Bo oder die Flegeljahre eines Genies...

Beitragvon Pilzkopf » 30.05.2017 09:44

FAx hat geschrieben:Hi Jan, ich bin nicht Chris, aber...

...die sahen zwar ziemlich verknöselt aus, aber ich hatte das Gefühl, die sind nicht kaputt geraucht worden.


Hallo Frank,

kundige Antworten sind immer willkommen :D

Besonders irritiert hat mich das abgebrochene Mundstück. Abgeschnullerte Mundstücke mögen ja noch unter "Gebrauchsspuren" laufen, aber das eine Mundstück sieht eher nach "Verbrauchsspuren" aus... Was macht man da als Aufarbeiter? Mundstück neu? Was passiert dann mit dem Wert der Pfeife?

Gruß, Jan
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Re: 'ne Bo oder die Flegeljahre eines Genies...

Beitragvon Ch. Demian » 30.05.2017 14:12

Hej P&T,

@ Jan

Frank hat es eigentlich schon gesagt, die Pfeifen waren eher ein Fall für die Reinigung - jedenfalls die beiden fies wertvollen. Dennoch
stellt sich die Frage, wie man so umgehen kann mit so wertvollen Stücken. Ich weiß es nicht. Die schlimmsten Pfeifen, die ich bisher
gesehen habe - und es war tatsächlich mancher Horror dabei - gehörten allesamt Engländern. Dennoch beteuerten die Besitzer
stets, diese zu lieben (und reparierten diese teilweise massivsten Schäden mit großem finanziellen, teils den Wert übersteigenden
Aufwand). Ich kann mit diese Diskrepanz nicht recht erklären. Zwischen den Generationen von Pfeiferauchern gibt es auf jeden Fall
einen Unterschied und einen lokalen. Ich habe irgendwo noch Bilder der schlimmsten "Vergehen" an Pfeifen - die durch bloße Nutzung
passierten. Tja, was macht man mit dem abgebrochenen Ms? In diesem Fall - Paul Becker - versucht man diesen zu erweichen, dass er
ein neues macht. Ich weiß nicht, wie er es damit hält. Die Dänen sind da unkompliziert - soweit ich das gesehen habe. Eine Ilsted mit
einem neuen Ilsted Ms verliert wertmäßig nichts. Eine Ilsted mit einem irgendwo nachgebauten Ms schon - selbst wenn es ein besser
gemachtes ist als das Original... Ungerechte Welt :?

@ Jens

Rente? Wo denkst Du hin? :oops: Ich kann Dir garantieren, bei allen Beteiligten lag das Hauptaugenmerk auf der Erforschung des Früh-
werkes von Bo. Ok - vielleicht nicht bei allen und wir werden diese Pfeife gewiß wiedersehen (ich weiß nicht wer sie erwarb aber
er ist ein Glückspilz).

Ach ja, das Risiko - Frank sprach es an - war überschaubar, da ein gewerblicher Anbieter qua Gesetz zur Rücknahme verpflichtet
ist (ohne daß es Gründe geben muß für dieselbe). Wenn die Bo ein Durchbrenner gewesen sein sollte, hätte man diese einfach
rückabwickeln können.

Nur noch einmal der Vollständigkeit halber: es gibt gegenwärtig keine einzige Bo (weltweit) - die man kaufen könnte. Die letzte, die
ich gesehen habe ist eine sandgestrahlte Ramses (langweilig) gewesen, die für $19k verkauft wurde. Was mich allerdings getriggert
hat ist die Tatsache, daß jemand sehr gezielt in den 80ern schon mit sicherer Hand aussuchte.

VG

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Re: 'ne Bo oder die Flegeljahre eines Genies...

Beitragvon FAx » 30.05.2017 15:34

Ch. Demian hat geschrieben:@ Jens

Rente? Wo denkst Du hin? :oops: Ich kann Dir garantieren, bei allen Beteiligten lag das Hauptaugenmerk auf der Erforschung des Früh-
werkes von Bo..


Hi P&T, Chris,

na ja, auch auf jeden Fall, aber nicht nur :)

Ich bin mal gespannt, wann und in welchem Zustand die Pfeife wieder in der Bucht auftaucht. Das Schlimmste, was ihr passieren kann ist, dass der glückliche Käufer sie kaputt restauriert.

Als ich die Pfeifen sah (auch die in den anderen Auktionen, die ja teilweise ebenso schlimm aussahen), habe ich mich mal wieder gefragt, wieviele Ultra-Highgrades wohl jährlich auf dem Müll landen? Hier, in diesem Fall, stelle ich mir vor, dass ein alleinstehender Herr verstarb und der Haushaltsauflöser (54k ++ Bewertungen...) die Piepen nichtsahnend einstellte. Bei dem Zustand hätten sie ebenso gut im Container landen können. Auch ahnungslose Nichten / Neffen hätten sowas u.U. mit spitzen Fingern gleich in den Müll entsorgt.

Der imaginäre olle Pappkarton voll Bangs, Bos und Ivarssons nebst 30 unversehrten Dosen Dunhilltabak aus den 70ern ist übrigens der einzige verbliebene Grund, der mich gelegentlich noch auf Flohmärkte treibt (Fuffzich? Och nee, komm: 'n Zwannie muß reichen...) :D

LG, Frank
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